a Scholler-Bild 3Zu den großen Nürnberger Unternehmerpersönlichkeiten gehört Theo Schöller, der in gewaltiger Aufbauleistung die „Schöller Eiskrem“ zum international gefragten Markenartikel machte. Auch die ebenfalls unter seinem Namen produzierten Lebkuchen waren lange Zeit Exportschlager aus Nürnberg. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Friedl betätigte sich Theo Schöller darüber hinaus als großzügiger Mäzen für seine Heimatstadt, die ihn 1997 zum Ehrenbürger ernannte.


Die Idee zur Speiseeisproduktion kam dem 1917 in Nürnberg geborenen Theo Schöller im Alter von 18 Jahren, nachdem er in Berlin sein erstes industriell hergestelltes, verpacktes Speiseeis am Stiel gegessen hatte. In der stillgelegten Schreinerwerkstatt des Vaters, auf dem elterlichen Grundstück in Nürnberg, haben die beiden Brüder die Eisproduktion begonnen. Sehr bald hatten sie sich einen zufriedenen Kundenstamm erarbeitet. Durch die von Anfang an gleich bleibende, hervorragende Qualität wurden die Produkte bald gefragte Genussartikel und die Firma entwickelte sich zu einem Unternehmen, das sich sehr bald einen Bekanntheitsgrad über die Grenzen Europas hinaus erarbeitet und gesichert hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Theo Schöller das Unternehmen strategisch umsichtig aus. Zur Auslastung seines Saisonpersonals nahm er 1957 die Herstellung der Echten Nürnberger Oblaten-Lebkuchen mit ins Programm und sicherte damit dem Personal eine Vollbeschäftigung über das ganze Jahr. Eiskrem im Frühjahr und Sommer, Lebkuchen im Herbst und Winter.

Im Jahr 1960 wurde der Markenname Schöller eingeführt. Später folgte eine Kooperation mit Mövenpick-Schweiz. Produktionsstätten in mehreren europäischen Ländern kamen hinzu. Heute ist die Firmengruppe Schöller dem Schweizer Lebensmittel-Konzern Nestlé angegliedert. Nürnberg verdankt Theo und Friedl Schöller viele Zuwendungen. Als Privatmann und über seine Stiftungen förderte Schöller am Klinikum Nürnberg die Ausstattung der Urologie und die Einrichtung und Ausstattung der Herzchirurgie sowie des Zentrums für Altersmedizin. Viele historische Bauten, wie die über 500 Jahre alte Fleischbrücke, konnten dank seiner Spenden renoviert werden. Die Studierenden des Meistersinger-Konservatoriums (heute Musikhochschule) profitierten ebenso von seiner Unterstützung wie die Universität Erlangen-Nürnberg, die ihm den Ehrentitel Dr. h.c. verlieh. Der vielfach ausgezeichnete Unternehmer war auch Ehrensenator der Universität Erlangen-Nürnberg und Honorarkonsul der Republik Österreich. Theo Schöller gilt neben Max Grundig und Gustav Schickedanz (Quelle) als eine der großen fränkischen Unternehmerpersönlichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg. An Theo Schöller erinnert auch ein nach ihm benannter Bau im Klinikum Nürnberg-Nord.